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Der Anfang ...

Fensterblicke

1. Fensterblick von Götzis nach Süden zu den Liechtensteiner Bergen an einem klirrend kalten Januar Tag 2013.

Vor 10 Jahren erwachte meine Fensterblicke-Idee an einem wunderschönen winterlichen Sonntagmorgen. Nach dem Aufstehen blickte ich durch mein Fenster auf die verschneiten Bergspitzen in Richtung Süden zu den "Drei Schwestern" (2.053 m. H.) an der Grenze zu Liechtenstein. Mein Blick blieb hängen an den ersten Sonnenstrahlen auf den Bergspitzen, die den Schnee glitzern ließen.


Meine ganz persönliche Geschichte im Rollstuhl erinnerte mich daran, dass ich Berge heute nur mit Gondelbahnen erreichen kann. Naja, ich war noch nie eine begeisterte Berglerin. Meine panische Höhenangst hielt mich logischerweise davon ab. Wer möchte schon jemand dabei haben, der auf dem letzten Grat vor dem Gipfel in Tränen ausbricht? So geschehen auf einer Klassen-Wanderung auf die Schesaplana (2.965 m. H.) vor mehr als 25 Jahren.Meine ganz persönliche Geschichte im Rollstuhl erinnerte mich daran, dass ich Berge heute nur mit Gondelbahnen erreichen kann. 

Alle meine  Klassenkameraden wanderten ums Gipfelkreuz herum, freuten sich über das Erreichte und den spektakülären Ausblick bis zum Bodensee. (Luftlinie ca. 55 km nördlich). Ich saß nur auf dem Boden, blickte auch nur vor mich hin und aß mein Brötchen.

Jetzt erfeue ich mich umsomehr an schönen Fensterblicken, die ich zugeschickt bekomme. In aller Ruhe und auf sicherem Boden betrachte ich Berge, Landschaften und stelle mir den dazugehörenden Raum vor.

Fensterblicke sind für mich immer auch Augenblicke. Augenblicke die im Herzen bleiben. Ein Moment des Innehaltens ein Moment Achtsamkeit im Alltag. Wie wenn die Sommersonne im Bodenee versinkt, dieses wunderbare warme Licht in all seinen gelb, orange und rot Tönen. Menschen werden stiller, fast andächtig. Es liegt so eine friedliche Atmosphäre in der Luft. 


Jedes Jahr ensteht in einer sehr kleinen Auflage ein Kalender. Einige der schönsten Fensterblicke sind auf Leinwand verewigt. Aktuell sind diese im Schaufenster beim ehemaligen Reformhaus (neben dem Modehaus Kräutler) in Götzis zu besichtigen.

Interviews und Fernsehbeiträge zu meinen Fensterblicken hier zum nachhören.

Christo - L'Arc de Triomphe - Der  verhüllte Triumphbogen 2021

Im Mai 2020 verstarb der in Bulgarien geborene Künstler Cristo, bekannt und berühmt für seine spektakulären Verhüllungs-Kunstprojekte.

Besonders in Erinnerung blieb mir der verhüllte Reichstag in Berlin, den ich damals nur über die mediale Verbreitung sah. Mein erster Berlin-Besuch war erst Anfang 1997. Wie gerne hätte ich dieses Kunstwerk in echt gesehen, es hätte mich mit Sicherheit berührt. 

Im Herbst 2021 realisierte Cristos Neffe, Wladimir Jawaschew die bereits 1962 von Cristo und seiner Frau Jeanne-Claude geplante Verhüllung vom L'Arc de Triomphe. Fasziniert von diesem temporären Kunstwerk überlegte ich mir, wie ich nach Paris komme und wer mich begleiten könnte ...


Ja, da war mein Wunsch nicht vereinbar mit meiner Realität als Rollstuhlfahrerin.

Hmmm, was tun?

Etwas traurig über mein ausgebremst sein, kam mir der Gedanke, dass ich gerne einen Fensterblick in meiner Sammlung möchte. 

Ich recherchierte auf Google-Maps, welche Hotels sich in der Nähe befinden und schrieb diese an, mit der Bitte um Hilfe und erklärte ehrlich meine Situation. 

Ich konnte mein Glück kaum fassen, als mir die Mitarbeiterin (O. Z.) vom Hotel Splendid Royale Étoile, eine feine 5* Adresse im Herzen von Paris antwortete. Nur wenige Stunden später erhielt ich eine WhatsApp mit den gewünschten, erhofften Fensterblicken. Wow! Was für tolle Fensterblicke! Mit dem Austausch erteilte sie mir die Erlaubnis diese Bilder zu verwenden.

Diese Fensterblicke sind einzigartig und unwiederbringlich, für immer vergangen. 


Und? Was bringt's? 


Ein bedeutender Gedanke tut sich beim zweiten oder dritten Anblick auf:

Der "versteckte" Triumphbogen bleibt in seiner Monumentalität bestehen, bleibt vorhanden, an Ort und Stelle. Er entzieht sich unserer optischen Wahrnehmung,  dennoch wissen wir, dass dieses bedeutende Denkmal vorhanden ist.

Wir sehen nur die Konturen, dies regt uns an, darüber nachzudenken, warum es erbaut wurde und wofür es heute steht.


"Im Verhüllen zeigt sich die Gegenwart des Verborgenen. Die eigene Wahrnehmung, um diese Dimension zu erweitern, ist eine Kunst, die man schulen sollte. Denn so lernt man, das Vordergründige in Frage zu stellen und andere Dimensionen der Wirklichkeit zu erkennen oder zumindest den Raum dafür offenzuhalten." Quelle: P. Max. I. CappabiancR




Reisen Sie mit in die Stadt der Liebe und genießen Sie die wunderbaren Fensterblcke!

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Trotz Corona-Pandemie konnte ich meinen neuen Kalender für 2022 herstellen, mit 36 neuen Fensterblicken, inklusive Hintergrundinformationen. Ich habe schon begonnen mit der Gestaltung. Wie jedes Jahr sitze ich mit Freude zahllose Stunden vor dem Computer und feile an Details, lerne mein Design-Programm besser kennen und wähle die stimmigsten Ausschnitte.


Darüber freue ich mich sehr und es gibt auch eine Überarbeitung meines Layouts, um den Wünschen meiner Freunde und Fans nachzukommen.


Danke an alle, die mich in Gedanken mitreisen lassen und mir ihre Bilder zur Verfügung stellen. Immer, wenn ich selbst eine Reise antrete, denke ich schon vorher darüber nach, aus welchem Gebäude ein interessanter und spannender Fensterblick aufgenommen werden kann. Mit Rollstuhl besuche ich gerne Cafés in luftiger Höhe oder Museen.

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Eine neue Aufgabe tritt in mein Leben ..

Moderation bei Radio Zürich Nord

Einer meiner lang ersehnten Träume wird wahr: im Radio Zürich Nord darf ich ab 1. November die Sendung von 20 bis 22 Uhr gestalten. Ein grenzübergreifendes Engagement mit schöner Musik und Gedanken aus meinem Leben. Danke an Eugen, André und Hanspeter, die mir ihr Vertrauen entgegen bringen.

Möchten Sie gerne teilnehmen an meinem Fensterblicke-Kalender? Ich freue mich sehr über individuelle Fensterblicke.

Wenn Sie mir Ihr Bild zur Verfügung stellen möchten, senden Sie es an: fensterblicke@fensterblicke.at